
KI-Nutzungsregeln aufstellen
Der Einsatz von KI-basierten Tools ist in Studium und Lehre unterschiedlich weit verbreitet. Neben einer Vielzahl von Studierenden, die KI-Tools bereits im Studium nutzen, steht eine Anzahl Studierender, die KI-Werkzeuge nicht nutzen. Die Entscheidung über deren Zulassung in der Lehrveranstaltung obliegt den Lehrenden sowie den jeweiligen Fächern und Fachbereichen. Um Transparenz und Chancengleichheit zu gewährleisten, ist die Festlegung klarer Nutzungsregeln für die jeweilige Lehrveranstaltung essenziell (s. auch Empfehlungen dazu, wie Sie für Prüfungen KI-Regeln mit dem Zulässigkeitsraster aufstellen können).
KI-Nutzung Studierender
Auch wenn der Einsatz von KI-Werkzeugen durch Studierende im Studium von Person zu Person und innerhalb der Studienfächer variiert, gehen die Autor*innen vom DatenCHECK von einer steigenden Offenheit gegenüber der Nutzung von KI-Tools durch Studierende aus. Eine Befragung im Wintersemester 2025/26 unter den wirtschafts- und rechtswissenschaftlichen Fächern hat ergeben, dass knapp die Hälfte der Befragten (46,5 %) KI-Systeme nutzen (DatenCHECK 9/2026 Künstliche Intelligenz im Studium). Nina Horstmann, Expertin für empirische Methoden am CHE, hält dementsprechend fest, dass KI „aus dem Studienalltag vieler Studierender kaum noch wegzudenken“ sei. „Für Hochschulen stellt sich deshalb nicht mehr die Frage, ob KI genutzt wird, sondern wie ihr Einsatz sinnvoll, lernförderlich und verantwortungsvoll gestaltet werden kann.“ (Siehe die Pressemitteilung zur CHE-Studie).
Zu welchen Tools sollte ich Regeln aufstellen?
Da KI-Funktionen zunehmend in alle Standard-Anwendungen (z. B. MS 365 Copilot) integriert werden, verschwimmt die Grenze zwischen herkömmlichen Tools und KI-Werkzeugen. Daher wird empfohlen, sich explizit zu generativen KI-Tools und Systemen auf Basis neuronaler Netze zu positionieren. Lehrende sollten zudem fachspezifische Tools prüfen und deren Nutzung regeln. In Zweifelsfällen sollten sich Studierende aktiv erkundigen, ob die Nutzung des anvisierten Tools erlaubt oder nicht erlaubt ist.
| generative KI-Tools | auch auf neuronalen Netzen basierend | |||
|---|---|---|---|---|
| Textgenerierende Modelle | Bildgenerierende Modelle | Videogenerierende Modelle | Modelle für das wiss. Arbeiten | Schreibassistenz-Systeme |
– ChatGPT – Gemini – ollama – … | – DALL-E – Midjourney – Stable Diffusion – … | – Luma AI – Sora – … | – Connected Papers – Elicit – Gamma App – … | – DeepL Translate – DeepL Write – Grammarly – Quillbot – Microsoft-Editor – … |
KI-Regeln aufstellen mit dem Baukastensystem KIRA
Zur Erstellung von KI-Regeln bietet die KI-Regel-Assistenz (KIRA, Betaversion) eine geführte Unterstützung. KIRA hilft Lehrenden durch acht Themenbereiche, Auswahlhinweise und vorformulierte Textblöcke, Sicherheit in der Regulierung zu gewinnen und ein Informationsdokument für ihre Studierenden zu erstellen, mittels dessen sie die KI-Nutzung transparent kommunizieren und als bearbeitbare Textdatei herunterladen können.
Die Vorteile von KIRA auf einen Blick
- Baukastenprinzip: Wählen Sie aus den Textbausteinen diejenigen Varianten aus, die zu Ihren Lernzielen und Fachanforderungen passen.
- Umfassende Orientierung: KIRA führt Sie strukturiert durch acht relevante Themenbereiche – von zulässigen KI-Anwendungen und konkreten Einsatzszenarien über Kennzeichnungspflichten und Eigenständigkeitserklärungen bei Prüfungen bis hin zum Umgang mit Ihren Kursmaterialien.
- Volle Flexibilität: Den erstellten Entwurf laden Sie als Textdatei herunter und passen ihn bei Bedarf individuell an. Das finale Regel-Dokument können Sie Ihren Studierenden dann bspw. über die Dateiablage Stud.IP zur Verfügung stellen und zu Semesterbeginn mit ihnen besprechen.
- Transparenz: Sie schaffen klare Verhältnisse für Ihre Studierenden, beugen Missverständnissen vor und sparen gleichzeitig Zeit bei der Formulierung eigener Vorgaben.
- Frei und offen: Die Textbausteine stehen als Open Educational Resource (OER) unter CC0-Lizenz uneingeschränkt für Ihre Nutzung zur Verfügung.
Ergänzend dienen Ihnen die „Rules für Tools“ von Prof. Dr. Christian Spannagel oder die unten aufgeführten Leitfragen als Inspiration für die Aufstellung eigener Richtlinien.
Leitfragen zur Formulierung von „Rules for Tools“
- Möchten Sie KI-Tools in Ihrem Kurs zulassen? Wenn ja, welche und unter welchen Umständen? Warum oder warum nicht?
- Was macht den „angemessenen“ Einsatz dieser Werkzeuge in Ihrer Lehrveranstaltung aus? Warum?
- Ist KI-generierte Sprache oder Code in Ihrem Kurs akzeptabel? Ab welchem Punkt würden Sie eine KI-gestützte Leistung nicht mehr als Eigenleistung akzeptieren?
- Ist ein KI-System als „Diskussionspartner“ in Ihrem Kurs erlaubt? Welche Art von Unterstützung ist in Ordnung und für welche Aufgaben? Wo hört Inspiration auf und wo fängt Abschreiben an?
- Wozu verpflichten Sie Studierende, wenn Sie KI-Tools nutzen? (z. B. Überprüfung des KI-Outputs, Angabe von Prompts, usw.)
