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Mit dem Zulässigkeitsraster KI-Regeln für Prüfungen aufstellen

Die allgemeingegenwärtige und niedrigschwellige Verfügbarkeit von KI-Tools führt im Kontext von Prüfungen zu der Frage, ob und inwiefern diese genutzt werden dürfen. Werden weder auf Fachbereichs- bzw. Insitutsebene noch durch Lehrende Regeln definiert, kann diese Unklarheit dazu führen, dass manche Studierende KI-Tools nutzen, während andere ‚sicherheitshalber‘ auf ihren Einsatz verzichten – mit der Folge, dass Prüfungsergebnisse nicht mehr vergleichbar sind und eine faire Leistungsbewertung nicht möglich ist.

In Prüfungskontexten sollte also transparent und klar kommuniziert werden, ob und inwiefern KI-Tools genutzt werden dürfen (s. hierzu auch die UOS-Handlungsempfehlungen zum Umgang mit KI-basierten Anwendungen in Studium, Lehre und Forschung). Die Entscheidung, was erlaubt ist und was nicht, treffen Sie als Lehrende ausgehend von didaktischen und fachlichen Überlegungen, die Sie den Studierenden bspw. in Form eines Zulässigkeitsrasters kommunizieren können.

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Post it mit Megafonabbildung

Das KI-Zulässigkeitsraster als Lösungsansatz

Mit einem KI-Zulässigkeitsraster können Sie als Lehrende Transparenz über die KI-Nutzung in der Prüfung schaffen, indem Sie angeben, welche Aktivitäten mit KI-Unterstützung erlaubt sind oder welche nicht. Weiterhin können Sie folgende Effekte erzielen:

  1. Dem KI-Gebrauch als solchem wird das Verdächtige genommen: Das öffnet den Weg zu einer regelkonformen und sinnvollen Nutzung. Durch Verwendung des Zulässigkeitsrasters wird die legitime Nutzung von KI-Tools explizit erlaubt und zugleich geregelt.
  2. Studierende erhalten einen verlässlichen Rahmen: Klar definierte ‚Verkehrsregeln‘ minimieren Interpretationsspielräume, schaffen Vertrauen und Orientierung hinsichtlich der Frage, welche KI-Tools in welchem Umfang genutzt werden dürfen. Auch unterstützen klare Regeln die Chancengleichheit, indem sie vermeiden, dass manche Studierende ‚sicherheitshalber‘ auf KI-Tools verzichten, während andere diese ‚einfach‘ nutzen.
  3. Transparenz wird gefördert: Sie ermöglichen Ihren Studierenden, zu zeigen, welche Rolle KI-Tools in ihrem Lern und Arbeitsprozess spielen. Auf dieser Basis können Sie als Lehrende Verständnislücken, Unklarheiten und fachliche Herausforderungen der Studierenden erkennen und ggf. in der Lehrveranstaltung darauf eingehen.
  4. Die Ahndung von Täuschungen wird erleichtert: Da die Feststellung eines Täuschungsversuchs nur unter Bezug auf jeweils zugelassene Hilfsmittel und ihre erlaubten Einsatzzwecke erfolgen kann, vereinfachen klare Regeln das Identifizieren unerlaubter KI-Nutzung.

Erstellung eines KI-Zulässigkeitsrasters

Das KI-Zulässigkeitsraster wird ausgehend von der gewählten Prüfungsart und den konkreten Prüfungsaufgaben erstellt. Es empfiehlt sich also, in einem ersten Schritt Prüfungsart und -aufgaben zu definieren. Hierzu erhalten Sie Anregungen und Hilfestellungen auf unserer Seite Prüfungen KI-robuster gestalten. Basierend auf diesen Vorüberlegungen können Sie die unten stehende Vorlage für ein Zulässigkeitsraster individuell für Ihre Prüfung adaptieren. Gestalten Sie die Spalten feingranularer, wo nötig, und passen Sie die Spalten so an, dass es für Ihre Prüfung passt – wir raten dazu, die jeweiligen Regelungen kurz zu erklären, damit Studierende die Vorgaben nachvollziehen können und sich der Fokus von der Frage „Was darf ich?“ hin zu „Was soll ich selbst leisten?“ verschiebt. Beachten Sie, dass Sie und die Studierenden unter Umständen nicht das gleiche Verständnis davon haben, was ein Arbeitsschritt wie bspw. „Literaturrecherche“ beinhaltet. Wir empfehlen deshalb, zu thematisieren was Sie genau meinen, um unbeabsichtigte Regelverstöße aufgrund von Missverständnissen zu vermeiden und die Aktivitäten im Rahmen einer Prüfung feingranularer zu regeln.

Ein Leitfaden zur Erstellung des KI-Zulässigkeitsrasters inklusive der o.g. Vorarbeiten steht Ihnen zum Download zur Verfügung.

Erlauben Sie es den Studierenden, KI-Tools im Rahmen einer Prüfung zu nutzen, sollten Sie Ihren Studierenden Vorgaben zur Dokumentation des KI-Gebrauchs an die Hand geben. Hierzu finden Sie Tipps und Hilfestellungen in den UOS-Handlungsempfehlungen zum Umgang mit KI-basierten Anwendungen in Studium, Lehre und Forschung.

Aktivität/Arbeitsschritt im Rahmen der PrüfungKI-Nutzung erlaubt?Erklärung
(z.B. Bezug auf anvisiertes Lernziel und/oder pädagogischen Nutzen)
thematisch relevante Sekundärliteratur identifizierenJa, mit folgender Einschränkung: Wenn Sie KI-gestützte Tools nutzen, sollten diese nicht die einzige Grundlage Ihrer Literaturrecherche sein, da KI-Systeme ggf. nicht auf alle Daten zugreifen können, die für Ihre Forschungsfrage relevant sind.  Sie sollen zeigen, dass Sie die relevanten Fachdatenbanken identifizieren und nutzen können und einschätzen, ob KI-Systeme eine sinnvolle Unterstützung in der Literaturrecherche sein können (Data literacy).
Sekundärliteratur auswerten und auf Relevanz sowie Qualität beurteilenNein, nicht erlaubt.
Zwar können KI-Systeme Texte zusammenfassen. Um die Qualität einer KI-generierten Zusammenfassung beurteilen zu können, müssen Sie den Text jedoch selbst gelesen haben.

Das Urteil über Relevanz und Qualität einer Sekundärquelle setzt fachliches Verständnis voraus – es ist ein Schritt, der nicht delegiert werden kann, ohne ihn zu überspringen.
Aus verschiedenen Sekundärquellen eine eigene Position herleitenNein, nicht erlaubtEine Position aus Quellen zu entwickeln, setzt voraus, Gemeinsamkeiten und Widersprüche zu erkennen, zu gewichten und zu begründen. Dieser Abwägungs- und Syntheseprozess ist ein notwendiger Schritt auf dem Weg zu wissenschaftlicher Eigenständigkeit.
KI-Zulässigkeitsraster mit Beispielen