KI in der offenen Hochschullehre: Angebote von twillo für Lehrende

Dieser Beitrag wurde von Johannes Koch, Mitarbeiter bei twillo, verfasst.

Die Erstellung von Lehrmaterialien kann durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz an vielen Stellen vereinfacht und weiterentwickelt werden. twillo, das niedersächsische OER-Portal für offene Hochschullehre, hat dieses Thema früh aufgegriffen und unterstützt Lehrende mit Workshops, Blogbeiträgen und Austauschformaten dabei, KI reflektiert, rechtskonform und didaktisch sinnvoll für OER zu nutzen. Die Universität Osnabrück ist seit Beginn Projektpartner von twillo und setzt damit ein klares Zeichen für offene Lehre sowie für den Aufbau nachhaltiger, souveräner Bildungsinfrastrukturen.
Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die Angebote von twillo und zeigt, warum KI gerade für offene Bildungsmaterialien ein relevantes, aber keineswegs selbstläufiges Thema ist.

Relevanz und Grenzen von KI für offene Bildungsmaterialien

Grafik von twillo

Für Open Educational Resources (OER) ist KI aus mehreren Gründen relevant. Sie kann helfen, Materialien zu überarbeiten, zu strukturieren, zu visualisieren, zu differenzieren oder in neue Formate zu überführen. Gerade weil KI-Output grundsätzlich gemeinfrei ist, liegt sein Potenzial für offene Kontexte auf der Hand. Gleichzeitig führt genau das schnell zu der verkürzten Annahme, KI könne künftig hochwertige Lehr-/Lerninhalte autonom erstellen.

Diese Vorstellung lässt sich schnell entkräften. Gute Bildungsmaterialien entstehen nicht allein durch einen generierten Output. Sie brauchen fachliche Fundierung, didaktische Aufbereitung und das Wissen darüber, was die eigene Lerngruppe braucht. Ob ein Material verständlich, lernförderlich und im jeweiligen Kontext sinnvoll einsetzbar ist, lässt sich nicht automatisiert beurteilen. KI kann unterstützen, aber sie ersetzt weder pädagogische noch fachliche oder didaktische Kompetenz. Vor diesem Hintergrund sind die Angebote von twillo entstanden: Sie fragen danach, wie KI sinnvoll und praxisnah in offene Lehr- und Materialentwicklungsprozesse integriert werden kann.

twillo‑Angebote: Workshops, Blogbeiträge & Netzwerktreffen

Ein zentraler Baustein der Angebote sind die Workshops von twillo. Dort geht es um konkrete Einsatzmöglichkeiten von KI in der offenen Hochschullehre, um rechtliche und didaktische Fragen und um den sinnvollen Umgang mit generativen Tools. Im Mittelpunkt stehen nicht bloß Anwendungen, sondern Szenarien aus der Praxis: Wie kann KI bei der Erstellung, Überarbeitung oder Visualisierung offener Materialien helfen? Wo liegen Grenzen? Und was braucht es, damit aus einem ersten Entwurf tatsächlich ein gutes Material wird?
Rechtliche Fragen werden dabei durch die Volljuristin Yulia Loose eingeordnet. Wer darüber hinaus konkrete rechtliche Fragen hat, kann sie im twillo Thursday erreichen – einer offenen Sprechstunde ohne Anmeldung, jeden Donnerstag von 11:30 bis 12:30 Uhr.
Die Workshops stärken Kompetenzen, die weit über einzelne Tools hinausgehen. Dazu gehören kollaboratives Arbeiten, Anwendungswissen des Lizenz- und Urheberrechts sowie der verantwortungsvolle Umgang mit KI-gestützten Ergebnissen – allesamt Fähigkeiten, die auch für die Arbeit mit OER grundlegend sind. Darin zeigt sich der Bezug zu Future Skills: Wer mit KI in der Lehre arbeitet, braucht Urteilsvermögen, Gestaltungsfähigkeit und die Bereitschaft, digitale Werkzeuge bewusst und nicht bloß leichtfertig einzusetzen.

Ergänzt werden diese Angebote durch Blogbeiträge. Dort werden aktuelle Fragen rund um KI und OER aufgegriffen, Entwicklungen eingeordnet und praxisnahe Impulse gesetzt. Die Beiträge behandeln etwa rechtliche, ethische und didaktische Aspekte und unterstützen Lehrende dabei, Potenziale und Grenzen von KI differenziert zu betrachten. So entsteht ein wachsender Fundus an Orientierung für alle, die sich dem Thema schrittweise nähern oder einzelne Fragen vertiefen möchten.

Regelmäßige KI-Netzwerktreffen bieten Raum für Austausch, Diskussion und Vernetzung rund um KI in der offenen Lehre. Gerade in einem Feld, das sich dynamisch entwickelt, ist es hilfreich, Erfahrungen, Unsicherheiten und Beispiele aus der Praxis gemeinsam zu besprechen. Die Netzwerktreffen ergänzen Beratungs- und Weiterbildungsangebote um eine kollegiale Perspektive und machen sichtbar, welche Fragen Lehrende aktuell besonders beschäftigen. Wurde Ihr Interesse geweckt? Das nächste Netzwerktreffen findet am 14. April von 14:00 bis 15:30 Uhr statt. Die Teilnahme ist kostenfrei und steht allen Interessierten offen – auch über Niedersachsen hinaus.

Engagement der Universität Osnabrück und weiterführende Infos

Die Universität Osnabrück ist seit Beginn Projektpartner von twillo und setzt damit ein klares Zeichen für offene Lehre sowie für den Aufbau nachhaltiger, souveräner Bildungsinfrastrukturen. Lehrende werden ermutigt, OER zu erstellen, zu teilen und in ihrer Lehre einzusetzen. Wer eigene Lehrmaterialien veröffentlichen möchte, kann sich mit der Hochschulkennung einfach einloggen und direkt Materialien bereitstellen; zum Finden und Herunterladen von OER ist keine Anmeldung erforderlich. Alle Angebote von twillo rund um KI und offene Hochschullehre finden Sie gebündelt unter: twillo.de/ki-in-der-offenen-hochschullehre.